Von der rumänischen Klavierschule abstammend, die unter ihrem berühmtesten Vertreter Dinu Lipatti und Clara Haskil zählt, begann Dan Poenaru das Studium des Klaviers in Bukarest, seine Geburtsstadt, im Rahmen des Musikgymnasiums " George Enescu ". Bereits im Alter von 15 Jahren erhält er den Spezialpreis der Jury für seine Aufführung des Konzerts für Klavier und Orchester von Paul Constantinescu anlässlich des nationalen Interpretations wettbewerbs. Am Konservatorium führt er sein Musikstudium weiter (Klavier mit Anna Pitis und Ioana Minei) und zeichnet sich auch dort als überragender Schüler aus.
In den frühen 80’s, perfektioniert er sein Spiel bei dem argentinischen Pianisten Eduardo Vercelli in Genf, Schweiz (erhält er einige Jahre später die Schweizer Staatsbürgerschaft) und bereitet sich auf das Virtuositätsdiplom am Konservatorium von Neuchâtel vor.
Seine internationale Karriere als Solopianist beginnt er mit Klavierkonzerten, zunächst in der Schweiz, danach in Deutschland (mit dem 3. Klavierkonzert von Rachmaninov), Russland und anderen osteuropäischen Ländern. Kritiker loben diesen vollendeten Pianisten, der “Kraft, Zärtlichkeit und Empfindsamkeit“ vereint. Sein Repertoire reicht von Scarlatti bis Samuel Barber, vom Barock bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Seine Vorliebe jedoch, gehört den romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts (Schubert, Schumann, Brahms, Chopin und Liszt).
Anlässlich seiner öffentlichen Interpretation der beiden Konzerte für Klavier und Orchester von Brahms am 19. Oktober 2006 ergründet er bis ins Tiefste die gequälte romantische und doch so empfindliche und gewaltige Natur des grossen deutschen Komponisten. Die Doppel-CD der Live-Konzertaufnahme wurde von Musikliebhabern und Spezialisten gerühmt und hochgeschätzt:
„ Ein Titan im Dienste von Brahms: Dem Lausanner Pianisten Dan Poenaru gelingt eine Herausforderung: In einem Elan beide Klavierkonzerte von Brahms aufzunehmen, und das auch noch live im Konzert!
Beide Klavierkonzerte von Brahms zu interpretieren, und das noch im gleichen Elan, ist wie ein Monument errichten, ist wie eine nach der anderen Kathedrale und Festung mit nackten Händen errichten, Stein um Stein. Die Berufung eines Bauherrn genügt hier nicht, gigantische Kraft, Ausdauer und Virtuosität sind erforderlich, um diese beiden so umfangreichen wie auch herausfordernden Werke anzugehen. Und es bedarf Größe, außerdem. Dan Poenaru vereint alle diese Qualitäten in sich, verbunden mit tiefem Sinn des Tragischen und großer Empfindsamkeit …“
Léo Bollinger, 24 Heures Lausanne
Weit entfernt vom heutigen, in der internationalen Musikszene vorherrschenden Starsystem, zu einer Zeit wo so viele junge Pianisten ihre Oberflächlichkeit durch brillante bis zum Manierismus gehenden Technik maskieren, spielt Dan Poenaru mit seiner natürlichen Zurückhaltung und Würde und dennoch so einmalig feurigen Dynamik, die seine Interpretationen zum kraftvollen Erlebnis machen. Bei ihm steht Virtuosität, die so leicht von seinen Fingern fliesst, in erster Linie, und vor allen Dingen, im Dienste der Musik.