Dan Poenaru wurde in Bukarest geboren, und begann sein Klavierstudium an der „George Enescu“ Kunsthochschule der rumänischen Hauptstadt mit Ileana Tudor und Lydia Cristian. Bereits im Alter von 15 Jahren erhält er den Spezialpreis der Jury für seine Aufführung des Konzerts für Klavier und Orchester von Paul Constantinescu anlässlich des nationalen Interpretationswettbewerbs. Am Konservatorium seiner Geburtsstadt führt er sein Musikstudium weiter (Klavier mit Anna Pitis und Ioana Minei) und zeichnet sich auch dort als überragender Schüler aus.

Nach seinem Entschluss, an den grossen internationalen Klavierwettbewerben teilzunehmen, eignet sich Dan Poenaru das entsprechend erforderliche Repertoire an, um an den sieben bedeutendsten Wettbewerben teilzunehmen. Leider macht es die damalige kommunistische Diktatur in Rumänien dem jungen Pianisten unmöglich weder Pass noch Reisevisum für das Ausland zu erhalten. „Ich fand Türen, aber alle ohne Klinke“ stellt er mit Bedauern fest.

Im Sommer 1981 öffnet sich dennoch eine Tür. Er fliegt in die Schweiz, um am „Clara Haskill“ Wettbewerb teilzunehmen. Zu seinem grossen Bedauern kommt er nur wenige Tage zu spät dort an!

Dan Poenaru ist fest entschlossen, nicht in sein Land zurückzukehren. Mit hundert Dollar in der Tasche, ersucht er in Genf um Asyl und erhält einige Jahre später die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Bei dem argentinischen Pianisten Eduardo Vercelli perfektioniert er sein Spiel, und bereitet sich auf das Virtuositätsdiplom am Konservatorium von Neuchâtel vor.

Seine internationale Karriere als Solopianist beginnt er mit Klavierkonzerten, zunächst in der Schweiz, danach in Deutschland (mit dem 3. Klavierkonzert von Rachmaninov), Russland und anderen osteuropäischen Ländern. Kritiker loben diesen vollendeten Pianisten, der “Kraft, Zärtlichkeit und Empfindsamkeit“ vereint. Sein Repertoire reicht von Scarlatti bis Samuel Barber, vom Barock bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Seine Vorliebe jedoch, gehört den romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts (Schubert, Schumann, Brahms, Chopin und Liszt).

Anlässlich seiner öffentlichen Interpretation der beiden Konzerte für Klavier und Orchester von Brahms am 19. Oktober 2006 ergründet er bis ins Tiefste die gequälte romantische und doch so empfindliche und gewaltige Natur des grossen deutschen Komponisten. Die Doppel-CD der Live-Konzertaufnahme wurde von Spezialisten und Musikliebhabern gerühmt und hochgeschätzt.

Weit entfernt vom heutigen, in der internationalen Musikszene vorherrschenden Starsystem, zu einer Zeit wo so viele junge Pianisten ihre Oberflächlichkeit durch brillante bis zum Manierismus gehenden Technik maskieren, spielt Dan Poenaru mit seiner natürlichen Zurückhaltung und Würde und dennoch so einmalig feurigen Dynamik, die seine Interpretationen zum kraftvollen Erlebnis machen. Bei ihm steht Virtuosität, die so leicht von seinen Fingern fliesst, in erster Linie, und vor allen Dingen, im Dienste der Musik.